Über 800.000 Tote könnten jedes Jahr durch eine verbesserte Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen verhindert werden.

(WHO)  

 

Wasser & Verfügbarkeit:

 

Der Zugang zu sauberen Wasser ist auf unserer Erde sehr ungleich verteilt. Ein Mensch benötigt etwa 4 Litern pro Tag um zu überleben. In Österreich verbraucht jede Person durchschnittlich etwa 135 Liter Trinkwasser jeden Tag, davon werden alleine 34 Liter Trinkwasser zur Spülung der Toilette verbraucht (2). Gleichzeitig haben knapp eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu einem einzigen Liter sauberen Trinkwasser. Zudem wird die Trinkwasserverfügbarkeit durch Klimawandel, Wasserprivatisierung und intensive Landwirtschaft weiter eingeschränkt.

Die monatliche Wasserknappheit (Oberflächen- und Grundwasser) eines Jahres im Durchschnitt
(Auflösung 30x30 arc min) Periode: 1996–2005 (aus M. Mekonnen & A. Hoekstra: Four billion people facing severe water scarcity, Science Advances, 2/2016)

 

Jeder zehnte Mensch weltweit hat kein sauberes Trinkwasser (WHO).
 
Im Bild zu sehen: Frauen in Burkino Faso beim Wasserholen. 

Wasser & Gesundheit:

Der Zugang zu sauberen Wasser ist für viele Menschen in Afrika nicht vorhanden. Verschmutztes Wasser ist eine der Hauptursachen für schwere Krankheiten und Todesfälle. Daher ist ein Zugang zu sauberen Trinkwasser und eine Reinigung der Abwässer essentiell für die Vermeidung von Infektionen. Die meisten Krankheiten werden durch Bakterien (z.B. Cholera), Viren (z.B. Kinderlähmung) und Süßwasserparasiten (z.B. Bilharziose) hervorgerufen. 

In den letzten zehn Jahren sind mehr Menschen an Durchfallerkrankungen gestorben als in allen bewaffneten Konflikten seit dem Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen sind (1). Grund dafür ist vor allem verschmutztes Trinkwasser, mangelhafte Sanitäranlagen und fehlende Hygiene. Laut WHO sterben jeden Tag mehr als 1400 Kinder mit einem Alter von unter fünf Jahre aufgrund von Durchfall. (2)

Zu den Chemikalien mit hormonaktiver Wirkung ,sogenannte endokrine Disruptoren, zählen unter anderem  Pestizide, Kunststoffpartikel und Schwermetalle. Diese Chemikalien können weltweit in Trinkwasser nachgewiesen werden und stellen eine zusätzliche Gefährdung für die menschliche Gesundheit und die gesamte Natur dar. Sie können neben akuten Beschwerden auch zu schweren chronischen Erkrankungen führen.

Die Qualität des Trinkwassers sowie Flüssen, Seen und Meere hängt auch stark davon ab in welcher Art und Weise Landwirtschaft betrieben wird. In der Bio-Landwirtschaft wird auf synthetische Pestizide und leicht lösliche, mineralische Dünger verzichtet. Dadurch wird unsere Lebensgrundlage Wasser im Vergleich zu kommerzieller Landwirtschaft besser geschützt. So könnten beispielsweise jährlich rund 94 Millionen Liter Wasser (das sind etwa 45 olympische Schwimmbecken) eingespart werden, wenn alle in Österreich nur noch Bio-Milch konsumieren. (3)

Die Kombination von sauberen Trinkwasser, geeigneten Sanitäranlagen und angemessenen hygienische Bedingungen ist ausschlaggebend für die Reduktion von Todes- und Krankheitsfällen, besonders der Kindersterblichkeit. 

Links rund um Wasser & Gesundheit:

  1. Wasser und Gesundheit in Afrika: Institute Water for Africa

  2. WHO: Diarrhoeal disease

  3. Bio Austria: Wir schauen aufs Ganze

  4. Zum Thema Armut und Gesundheit: Uni Göttingen (ab Seite 83)

  5. Wasserqualität in Österreich: Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

 

Mehr als die Hälfte des menschlichen Körpers besteht aus Wasser.

Wasser & Politik:

Bestimmte Regionen auf dem afrikanischen und dem lateinamerikanischen Kontinent sind in besonderer Weise vom Klimawandel betroffen. Daher ist eine nachhaltige Wasserpolitik für die Bevölkerung essentiell. Nachhaltige Wasserpolitik kann zum Beispiel bedeuten, dass dezentrale Kleinprojekte für die Trinkwasserversorgung den Vorzug gegenüber Großprojekten erhalten. Dadurch kann eine flexiblere und von Umweltveränderungen unabhängigere Wasserversorgung gewährleistet werden.

In Entwicklungsländern wie Tansania sind Land- und Wasserraub keine Randphänomene. Dabei versuchen, oftmals ausländische Investoren ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen auf Kosten der Land- und Wasserrechte der lokalen Bevölkerung durchzusetzen. (1

Eine funktionierende Trinkwasserversorgung bildet nicht nur die Grundlage für Leben, sondern auch die Grundlage für den Zugang zu Bildung. Wenn Kinder Wasser in Kanistern von weit entfernten Brunnen transportieren müssen, dann  fehlt ihnen die Zeit für eine schulische Ausbildung. Nicht nur deshalb steht der Zugang zu sauberen Trinkwasser in direktem Zusammenhang mit den Menschenrechten. Des weiteren stellt ein anhaltender Trinkwassermangel eine  schwerwiegende Fluchtursache dar.  (2, 3)

Besonders in Entwicklungsländern stellt Wasser zur Bewässerung in der Landwirtschaft einen der wichtigsten Wirtschaftssektoren dar. Rund 70% der gesamten Wasserressourcen fließen in die Landwirtschaft. (2)

Des weiteren ist Wasser für den Erhalt von funktionierenden Ökosystemen, wie Wälder oder Seen, essentiell. Diese Ökosysteme sind Lebensgrundlage, indem diese beispielsweise Nahrung und Wasser zur Verfügung stellen oder als wichtiger Puffer für Dürreperioden dienen.

Wasserkraftwerke gelten allgemein als nachhaltig und umweltschonend. Jedoch haben Wasserkraftwerke auch eine schädliche Wirkung auf Menschen und Ökosysteme. Sie zerstören Flüsse, tragen zum Klimawandel bei, verursachen soziale Konflikte und werden oft aufgrund von Korruption gebaut. Das folgende Video zeigt dies anhand eines Beispiels in Brasilien.

Wasser kommt als einzige Substanz der Erde gleichzeitig im festen, flüssigen und gasförmigen Zustand vor

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